Jule Flierl: Störlaut

Am , 21:00 Uhr

 

Jule Flierl: Störlaut Störlaut – ein untergründiges Geräusch, ein Widerstand in der Sinnproduktion, der den harmonischen Ablauf von Ordnungsapparaturen untergräbt.
„Störlaut“ ist eine Performance, die sich dieser Unstimmigkeit widmet, eine futuristisch-spekulative Neuinterpretation der Ton-Tänze Valeska Gerts, einer Berliner Grotesk-Tänzerin der 1920er Jahre. Auf dem Schlachtfeld heutiger Debatten, in Zeiten von „fake news“ und postfaktischer Argumentation, sind Gerts Methoden und Herangehensweisen an den Akt des sich Artikulierens wieder aktuell: Stimmtanz als außersprachliche Verkündung, wenn andere Formen von Rede versagen. Quietschen, Röhren, Rattern, Stottern, Gackern, Lechzen, Würgen, Wimmern und Kreischen sind das Material, welches einen Diskurs verlauten lässt, der mit einer emotionalen Direktheit spricht. In ihrer Performance teilt sich Jule Flierl den begehbaren Raum mit dem Publikum, das Teil einer Landschaft der Dissonanzen wird. Die Soli werden gegen den Ausdruck eines authentischen Selbst getanzt, der holistische Körper zersplittert, der Körper der Zukunft macht analog keinen Sinn und bewegt sich in viele Richtungen gleichzeitig. Körperbild und Körperklang werden durch eine Methodik der Dissoziation voneinander losgelöst.

Jule Flierl ist Tanzmacherin und Vokalakrobatin. Sie recherchierte die Geschichte von Stimmtänzen in ihrer Lecture „I intend to sing“, zeigte die minimalistische Techno-Romanze „Operation Orpheus“ in diversen Museen und arbeitete unter anderem mit Martin Nachbar, Ibrahim Quarishi, Christine Borch, Sergiu Matis und Tino Sehgal.

Konzept, Choreografie, Performance: Jule Flierl
Dramaturgie: Luise Meier
Bühnenbild: Pauline Brun
Klangkunst: Sam Hertz
Kostüm: Lea Kieffer
Produktion, Lichtdesign: David Eckelmann


Tickets für Jule Flierl: Störlaut

Veranstaltungsort

Karl-Heine-Straße 50
04229 Leipzig

Karte

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